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		<title>Prävention bei Querschnittlähmung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2023 09:59:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medizin]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Querschnittlähmung geht oft einher mit Störungen der verschiedenen Körperfunktionen. Daher ist es wichtigdiese Störungen zu kennen und zu wissen welche Komplikationen damit verbunden sind. Viele der Komplikationen können durch entsprechende prophylaktische Maßnahmen verhindert werden.]]></description>
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<h6 class="uagb-heading-text-rot">Störung verschiedener Körperfunktionen</h6>



<h3 class="entry-content-headline-red">Maßnahmen zur Prävention</h3>



<p><em><strong>Veronika Geng</strong>, Pflegewissenschaftlerin, Manfred-Sauer-Stiftung</em></p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="900" height="600" src="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_med_praevention.jpg" alt="Arzt beim Blutdruckmessen" class="wp-image-1054" srcset="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_med_praevention.jpg 900w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_med_praevention-300x200.jpg 300w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_med_praevention-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Eine Querschnittlähmung geht oft einher mit Störungen der verschiedenen Körperfunktionen. Daher ist es wichtigdiese Störungen zu kennen und zu wissen welche Komplikationen damit verbunden sind. Viele der Komplikationen können durch entsprechende prophylaktische Maßnahmen verhindert werden. Die häufigsten prophylaktischen Maßnahmen sind nachfolgend aufgeführt.</strong></p>



<h6 class="body-headline">Autonome Dysreflexie (auch autonome Hyperreflexie)</h6>



<p>Diese tritt bei Lähmung oberhalb Th 6/7 auf und kann im schlimmsten Fall eine lebensbedrohliche Situation darstellen. Es besteht eine vegetative Dysregulation (<em>Regulationsstörung</em>) mit reflektorischer Vasokonstriktion (<em>Gefäßverengung</em>) im gelähmten Bereich. Die Gegenregulationsversuche des autonomen Nervensystems führen zu einer Vasodilatation oberhalb der Läsion (<em>Kopfschmerz</em>) und zur Hypertonie (<em>erhöhter Blutdruck</em>), Bradykardie (v<em>erlangsamter Herzschlag</em>), Schweißausbruch und Schwindel. Diese Symptome bleiben so lange bestehen, bis die Ursache dafür behoben ist.</p>



<p><strong>Ursachen für eine Autonome Dysreflexie sind:</strong><br>– Blasenüberdehnung /-überfüllung, Blasenspastik<br>– Massive Verstopfung, aber auch Stimulationen im Rektum<br>– Schwangerschaft/Entbindung<br>– Urologische/gynäkologische Untersuchungen<br>– Sonstige periphere Reize (Dekubitus, eingewachsene Zehennägel)<br>– Intensive sportliche Belastung</p>



<p>Die Prophylaxe-Maßnahmen zur Autonomen Dysreflexie lassen sich anhand der Ursachen erahnen. Regelmäßige Blasen- und Darmentleerung stehen hierbei sicherlich an oberster Stelle.</p>



<h6 class="body-headline">Dekubitusprophylaxe</h6>



<p>Aufgrund der fehlenden oder gestörten Sensibilität sowie der fehlenden Innervation und Muskelbewegung ist der Querschnittgelähmte besonders anfällig für Dekubitus (<em>Druckstellen</em>). Die erste Maßnahme, um Druckstellen festzustellen, ist die Hautkontrolle. So soll die Haut regelmäßig auf Rötungen kontrolliert werden. Hautrötungen, die sich nicht verfärben, wenn man darauf drückt, sind bereits ein Dekubitus Grad 1. Dies bedeutet, eine Hautschädigung liegt schon vor. Anfänglich ist es notwendig, dass die Haut bei Positionsveränderungen im Bett, aber auch bei Rückkehr aus dem Rollstuhl ins Bett, kontrolliert wird. So kann frühzeitig erkannt werden, dass eine Unterlage, eine Matratze oder ein Sitzkissen zu hart oder zu unpassend gewählt sind.</p>



<p>Ist eine Druckstelle vorhanden, dann gilt das Prinzip: Man darf alles auf die Druckstelle legen – nur den Patienten nicht. Das heißt, Druckentlastung ist oberstes Gebot. Die Suche nach der Ursache warum es zu der Hautrötung kam, ist wichtig, um erneute Druckstellen zu vermeiden.</p>



<h6 class="body-headline">Thromboseprophylaxe</h6>



<p>Eine Thrombose ist die Bildung eines Blutgerinnsels in den Blutgefäßen. Die Komplikationen einer tiefen Beinvenenthrombose kann die Lungenembolie sein, bei der das Blutgerinnsel vom Bein Richtung Lunge abgeschwemmt wird. Querschnittgelähmte sind hier speziell gefährdet, da aufgrund der Lähmung die Muskelpumpe, die das Blut aus den Beinen wieder nach oben transportiert, oft fehlt oder nur eingeschränkt vorhanden ist. Um die Thrombose zu vermeiden, wird anfänglich und/oder bei Bettruhe die Thromboseprophylaxe medikamentös durchgeführt. Eine Möglichkeit ist hierbei die Low-dose-Heparinisierung, indem eine Spritze in das Hautgewebe appliziert wird.</p>



<p>Die Mobilisierung und Bewegung sind wichtige Bausteine in der Thromboseprophylaxe. Ein weiterer Aspekt stellt die ausreichende Trinkmenge bzw. Flüssigkeitsmenge dar, so dass das Blut nicht eindickt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="900" height="600" src="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_kompression_AS_61095732.jpg" alt="Kompressionsstrümpfe zur Thromboseprophylaxe | Foto: tibanna79/stock.adobe.com" class="wp-image-1059" srcset="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_kompression_AS_61095732.jpg 900w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_kompression_AS_61095732-300x200.jpg 300w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_kompression_AS_61095732-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<p>Da bei der Mobilisation das Blut meist in den Beinen versackt, können zur Thromboseprophylaxe Kompressionsstrümpfe der Kompressionsklasse 2, die individuell angepasst sind, eingesetzt werden, bis eine ausreichende Mobilisierungszeit erreicht wird. Die Kompressionsstrümpfe müssen von Zeit zu Zeit auch auf ihre Passform hin überprüft werden.</p>



<h6 class="body-headline">Kontrakturen Prophylaxe</h6>



<p>Bei Kontrakturen handelt es sich um Bewegungseinschränkung von Gelenken. Immobilisation und Ruhigstellungen können zu solchen Kontrakturen führen. Der Querschnittgelähmte ist hiervon aufgrund seiner Lähmung und des Nichtbewegens der Extremitäten betroffen. Auch Schonhaltungen oder Schmerzen können dazu führen, dass Kontrakturen entstehen.</p>



<p>Die beste Maßnahme gegen die Kontrakturen ist die Bewegung oder das Durch- bewegen. Sei es aktiv oder eben auch passiv. Betroffene sollten bei Schmerzen nicht dazu übergehen, eine Schonhal- tung einzunehmen bzw. Bewegungen zu vermeiden, sondern die Schmerzursache abklären lassen. Die Grundprinzipien der Kontrakturen-Prophylaxe sind, dass zum einen die Funktion der Gelenke und zum anderen die Gelenke in anatomisch richti- ger Stellung erhalten werden sollen.</p>



<h6 class="body-headline">Kreislaufregulationsstörungen</h6>



<p>Durch die fehlende Muskelpumpe, lange Liegephasen und verminderte Sympathikusaktivität kann es insbesondere bei der Mobilisation zu hypotonen Krisen kommen. Diese Regulationsstörungen können durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder/und Bauchgurt reduziert werden. Auch die ausreichende Flüssigkeitsmenge spielt eine Rolle. Treten Schwindel und Kreislaufprobleme beim Mobilisieren auf, dann wird der Betroffene in eine horizontale Lage gebracht, d.h. Rollstuhl kippen und Beine anheben, so dass das Blut in den Körper zurück läuft.</p>



<h6 class="body-headline">Obstipationsprophylaxe</h6>



<p>Aufgrund der mit der Querschnittlähmung einhergehenden neurogenen Darmfunktionsstörung kommt es oft zu Verstopfungssituationen. Der Stuhltransport im Darm ist verlangsamt und lässt sich schwer entleeren. Hier kann ein Darmmanagement, welches in den Querschnitteinrichtungen eingeübt wird, hilfreich sein. Ein regelmäßiger Entleerungsrhythmus, ein Essrhythmus wie auch die richtige Auswahl der Lebensmittel, unterstützen die Verdauungsfunktion. Eine ausreichende Trinkmenge sowie Ballaststoffe tragen dazu bei, dass der Stuhl nicht zu hart wird.</p>



<p>Im Falle von Problemen mit Verstopfung oder mit Problemen der Stuhlinkontinenz, kann das Beratungszentrum für Ernährung und Verdauung für Querschnittgelähmte der Manfred-Sauer-Stiftung kostenfrei angefragt werden. In persönlichen und auch telefonischen Beratungen wird die Problematik erörtert und nach Lösungen gesucht.</p>



<h6 class="body-headline">Ödemprophylaxe</h6>



<p>Ödeme entstehen bei Querschnittgelähmten aufgrund der fehlenden Muskelpumpe, der fehlenden Bewegung und der sitzenden Position. Dabei handelt es sich um Wassereinlagerung im Gewebe. Feststellen lässt sich dies, indem man die Haut eindrücken kann und eine Delle in der Haut zurückbleibt. Auch Strümpfe, die einengen, sowie Füße/Beine die geschwollen sind, deuten auf Wassereinlagerungen hin. Unabhängig von der Querschnittlähmung ist es wichtig, dass die Ursachen für die Wassereinlagerungen geklärt werden. Neben der Lähmung können auch Herz- oder Nierenprobleme dahinter stecken.</p>



<p><strong>Ödeme verhindern</strong><br>– Tragen von Kompressionsstrümpfen<br>– Beine hochlagern<br>– keine einschnürende Kleidung tragen<br></p>



<h6 class="body-headline">Prophylaxe von Harnwegsinfektionen</h6>



<p>Harnwegsinfektionen stellen die häufigste Komplikation im Rahmen des Intermittierenden Katheterismus bei neurogenen Blasenfunktionsstörungen dar. Neben den hygienischen Prinzipien helfen folgende Aspekte, Harnwegsinfektionen zu verhindern:<br>– Beherrschung der Speicherfunktion der Blase, das heißt, eine Blase, deren Blasendruck nicht erhöht ist.<br>– Adäquate Technik des intermittierenden Katheterismus und individuell optimiertes Kathetermaterial.<br>– Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (Ausscheidungsmenge ca. 1500 ml/24h)<br>– Vermeidung einer chronischen Blasenüberdehnung, d.h. das Blasenvolumen sollte max. 500 ml pro Katheterismus betragen.</p>



<p>Aus Erfahrung können Maßnahmen der Urinansäuerung mittels Apfelessig (1 Teil Apfelessig auf 3 Teile Wasser), der Einsatz von Präparaten wie Acimethin® eingesetzt werden. Auch Kapuzinerkresse mit Meerrettichwurzel (Angocin®) oder Cranberry-Präparate können hilfreich sein.</p>



<h6 class="body-headline">Regulierung der Körpertemperatur</h6>



<p>Durch den Teilausfall des vegetativen Nervensystems im gelähmten Bereich ist die Regelung der Körpertemperatur beeinträchtigt. Dies kann zu Unterkühlung oder zu unkontrolliertem Anstieg der Körpertemperatur führen, als Folge des lähmungsbedingten Verlustes der normalen Thermoregulationsmechnismen.</p>



<p><strong>Einige Maßnahmen bei Überwärmung bzw. Prävention derselben</strong><br>– Genügend Flüssigkeitszufuhr – bei warmem Wetter die Trinkmenge um ½ bis 1 Liter erhöhen<br>– Keine direkte Sonnenbestrahlung – Schattenplätze aufsuchen und Kopfbe- deckung sinnvoll<br>– Bei Hitzeentwicklung die unbedeckten Körperpartien mit Wasser befeuchten (z.B. Blumensprüher)<br>– Wichtig: das Dekubitusrisiko kann bei Fieber und Feuchtigkeit erhöht sein</p>



<h6 class="body-headline">Gefahren</h6>



<p>Abschließend sei noch etwas zu Verbrennungen und Erfrierungen erwähnt. Aufgrund der fehlenden Sensibilität (Berührung, Schmerz, Temperatur) können Gefahren durch Verbrennungen und Erfrierungen lauern. Von daher sind Wärme- und Kälteanwendungen nur mit äußerster Vorsicht einzusetzen. Wassertemperaturen sollten immer an sensiblen Körperteilen auf die Temperatur hin getestet werden.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
</div>
</div></div>
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		<title>Querschnittlähmung – Was ist das?</title>
		<link>https://richtigmobil.de/querschnittlaehmung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2023 09:42:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Rad und Tat Diagnose Querschnittlähmung Prof. Dr. med. Roland Thietje, Chefarzt des QZ im BG Klinikum Hamburg Der Mensch ist ein Wirbeltier und hat somit eine Wirbelsäule. Sie besteht aus einzelnen Wirbeln, die über Bandscheiben und ein Bandsystem elastisch miteinander verbunden sind. Sie ist Schutz für das innen liegende Rückenmark, das als Leitungsorgan Signale vom [&#8230;]]]></description>
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<h6 class="uagb-heading-text-rot">Rad und Tat</h6>



<h3 class="entry-content-headline-red">Diagnose Querschnittlähmung</h3>



<p><em><strong>Prof. Dr. med. Roland Thietje</strong>, Chefarzt des QZ im BG Klinikum Hamburg</em></p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="900" height="600" src="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_medizin_paul.jpg" alt="Skelett mit rot markierter Wirbelsäule" class="wp-image-943" srcset="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_medizin_paul.jpg 900w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_medizin_paul-300x200.jpg 300w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_medizin_paul-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Der Mensch ist ein Wirbeltier und hat somit eine Wirbelsäule. Sie besteht aus einzelnen Wirbeln, die über Bandscheiben und ein Bandsystem elastisch miteinander verbunden sind. Sie ist Schutz für das innen liegende Rückenmark, das als Leitungsorgan Signale vom Großhirn in die Peripherie leitet und umgekehrt.</strong></p>



<p>Das Rückenmark ist das zentrale Leitungsorgan für den Transport von Informationen vom Großhirn zu den Erfolgsorganen und zurück. Hierdurch gelingt es einerseits, Bewegungsimpulse zu den Muskeln zu transportieren und andererseits Informationen über Sensibilität, Schmerzen, Stellung der Gelenke, Temperatur und andere Informationen zum Gehirn zurück zu leiten. Die Fähigkeit hierzu wird durch ein komplexes Geflecht von Milliarden Nervenfasern sichergestellt, die im Verlauf des Rückenmarkes auf vielfältige Art und Weise miteinander verschaltet werden. Hieraus resultiert im Wesentlichen, warum die Reparatur eines verletzten Rückenmarkes bis heute nicht gelingt.</p>



<p>Zusätzlich zu den motorischen und sensiblen Funktionen des Rückenmarkes existiert ein sogenanntes autonomes System, das für die Steuerung nicht bewusster Funktionen wie Herzschlag, Blutdruck, Atmung, Blasen- und Darmfunktion sowie Sexualfunktionen verantwortlich ist.<br>Alle Krankheiten und Verletzungen, die direkt im Rückenmark oder in dessen Nähe im Rückenmarkkanal auftreten, sind geeignet, eine Schädigung des Rückenmarkes im Sinne einer Querschnittlähmung auszulösen.</p>



<h6 class="body-headline" id="Aufbau">Der Aufbau</h6>



<p>Die Wirbelsäule besteht aus sieben Halswirbeln, 12 Brustwirbeln und fünf Lendenwirbeln, die mit Zwischenwirbelscheiben, den sogenannten Bandscheiben, miteinander verbunden sind. Zusätzlich sind vielfältige Bänder zwischen den Wirbeln aufgespannt. Hierdurch wird einerseits zusätzliche Stabilität und andererseits Beweglichkeit und Elastizität in der Wirbelsäule erreicht. Das Rückenmark wird im Verlauf vom Gehirn bis in Höhe des 1. Lendenwirbelkörpers immer dünner, da in Höhe jedes einzelnen Wirbelkörpers Nervenfasern austreten, die sich außerhalb der Wirbelsäule zu Nerven vereinigen und festgelegte Funktionen haben. So gehen beispielsweise zwischen den Wirbelkörpern der Halswirbelsäule die Nervenwurzeln ab, die für die Handfunktionen zuständig sind. Hieraus wird klar, dass der Ort der Rückenmarkschädigung entscheidend ist für das zu erwartende Krankheitsbild. Querschnittlähmungen im Bereich der Halswirbelsäule werden als Tetraplegie bezeichnet, Schädigungen in Höhe des Brust- oder Lendenmarkes und darunter als Paraplegie. Bei der Tetraplegie sind alle vier Gliedmaßen, der Brustkorb und die Rumpfmuskulatur, bei der Paraplegie die Muskulatur des Rumpfes und der unteren Gliedmaßen betroffen.</p>



<p>Das funktionelle Ausmaß der Läsion wird nach der ASIA – Skala (<em>American Spinal Injury Association</em>) in die Typen A – E eingruppiert, wobei die Läsionshöhe dem tiefsten vollkräftigen Kennmuskel entspricht:</p>



<ul>
<li><strong>A: Komplette Läsion.</strong>&nbsp;Keine sensible oder motorische Funktion in den tiefsten Segmenten S4-S5 (perianal).</li>



<li><strong>B: Inkomplette Läsion.</strong>&nbsp;Sensible Funktion bis in die tiefsten Segmente S4-S5, jedoch keine motorische Funktion unterhalb des Lähmungsniveaus.</li>



<li><strong>C: Inkomplette Läsion.</strong>&nbsp;Motorische Funktion unterhalb des Lähmungsniveaus überwiegend kleiner Kraftgrad 3.</li>



<li><strong>D: Inkomplette Läsion.</strong>&nbsp;Motorische Funktion unterhalb des Lähmungsniveaus überwiegend gleich oder größer Kraftgrad 3.</li>



<li><strong>E:</strong>&nbsp;Kein Nachweis sensibler oder motorischer Ausfälle.</li>
</ul>



<p>Eine korrekte Lähmungsbezeichnung wäre zum Beispiel für einen Menschen mit volkräftiger Ellenbeugung und geringfügiger Kraft darunter: Querschnittlähmung unterhalb C 5 inkomplett nach ASIA, Typ C.</p>



<h6 class="body-headline" id="Ursachen">Ursachen der Querschnittlähmung</h6>



<p>In Deutschland sind etwa 100.000 Mitbürger querschnittgelähmt. Trotz großer Erfolge in der Prävention, im Arbeitsumfeld und in der Verkehrssicherheit nimmt die Anzahl der Betroffenen stetig zu. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Zum einen erhöht die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung das Risiko, krankheitsbedingte Läsionen des Rückenmarkes zu erwerben. Zum anderen führt das zunehmend risikobehaftete Freizeitverhalten der Bürger zu entsprechenden Verletzungen.</p>



<p>Die rasanten Entwicklungen in der Medizin in den letzten Jahrzehnten haben dazu geführt, dass sich die Lebenserwartung von Menschen mit Querschnittlähmung nur noch geringfügig vom Durchschnitt (unserer Mitbürger) unterscheidet. Der Anteil der verletzungsbedingten Querschnittlähmungen beträgt in Deutschland ca. 50 %. Häufigste Ursachen sind Verkehrsunfälle und Stürze.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="900" height="600" src="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_medizin_wirbelsaeule.jpg" alt="Ärztin mit einerm Modell der Wirbelsäule | Foto: wavebreakmedia/shutterstock.com" class="wp-image-970" srcset="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_medizin_wirbelsaeule.jpg 900w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_medizin_wirbelsaeule-300x200.jpg 300w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_medizin_wirbelsaeule-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<p>Der Anteil der erkrankungsbedingten Querschnittlähmungen liegt gleichfalls bei ca. 50 %. Die häufigsten Ursachen sind bösartige Erkrankungen, Infektionen und Durchblutungsstörungen.Bei ca. 60 % der Patienten sind Rumpf und Beine betroffen (Paraplegiker), bei ca. 40 % zusätzlich die Arme (Tetraplegiker). Der Anteil der Männer liegt bei 70 %, der der Frauen bei 30 %. Kinder mit Querschnittlähmungen sind zum Glück mit unter 1 % außerordentlich selten. Ungefähr 1 – 2 % der Patienten bleiben aufgrund der Höhe des Lähmungsniveaus dauerhaft beatmungspflichtig.</p>



<h6 class="body-headline" id="Behandlung">Umfassende Behandlung</h6>



<p>Im Vergleich zu anderen Erkrankungen und Verletzungen ist das Bild der frischen Querschnittlähmung nicht häufig. Deshalb ist das für die spezifische Behandlung erforderliche Fachwissen in der Fläche des Landes oftmals nicht ausreichend vorhanden.</p>



<p>Ein wichtiges Element der Behandlung ist die operative Versorgung der instabilen Wirbelsäule. Genauso wichtig ist jedoch, dass sich unmittelbar hieran eine qualifizierte Behandlung anschließt, die nicht nur die medizinische Versorgung, sondern sämtliche Aspekte der Physiotherapie, Ergotherapie, Sporttherapie, Pflege und nicht zuletzt der psychologisch und seelsorgerischen Betreuung in einer Ausnahmesituation berücksichtigt Schließlich bedarf es einer engmaschigen neuro-urologischen Versorgung, um Folgeschäden an den harnableitenden Organen zu vermeiden.</p>



<p>Das Ergebnis der medizinischen Behandlung, der Rehabilitation und der beruflichen bzw. sozialen Reintegration Querschnittgelähmter hängt daher davon ab, dass die Patienten möglichst frühzeitig in ein geeignetes Zentrum verlegt werden. Der multidisziplinäre und multiprofessionelle Behandlungsansatz ermöglicht es, die Patienten schon während der akuten Phase mit allen geeigneten medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Maßnahmen zu behandeln, und das Behandlungskonzept jederzeit den aktuellen Erfordernissen anzupassen.</p>



<p>Ziel sämtlicher Bemühungen ist es, querschnittgelähmten Patienten ein Höchstmaß an körperlicher Integrität, Lebensqualität und Selbständigkeit innerhalb unserer Gesellschaft zu sichern.</p>



<h6 class="body-headline" id="Nachsorge">Lebenslange Nachsorge</h6>



<p>Das Prinzip der umfassenden Behandlung von Menschen mit Querschnittlähmung endet nicht mit Abschluss der stationären Behandlung, sondern mündet vielmehr ein in ein Konzept der lebenslangen Nachsorge. Dieses ist geprägt durch ein regelhaftes präventives Nachsorgeprogramm, dessen Inanspruchnahme nachweislich dafür sorgt, dass das Auftreten querschnittlähmungstypischer Komplikationen vermieden oder wenigstens frühzeitig erkannt wird.</p>



<p>Typische Komplikationen sind Druckgeschwüre, Urin- und Stuhlinkontinenz, neuro-urologische Probleme, Lungenentzündungen, Schmerzsyndrome, Spastik sowie Schäden am Bewegungsapparat.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
</div>
</div></div>
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		<title>Neuro-Urologie</title>
		<link>https://richtigmobil.de/neuro-urologie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2023 09:42:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Rad und Tat Neuro-Urologie Dr. med. Ralf Böthing, Ltd. Arzt Abteilung für Neuro-Urologie im BG Klinikum Hamburg Die Lebenserwartung von Menschen mit einer Querschnittlähmung ist heute dank moderner neuro-urologischer Diagnostik und Therapie kaum verringert – regelmäßige ›Uro-Checks‹ in spezialisierten Zentren vorausgesetzt. Die kompetente neuro-urologische Betreuung trägt damit ganz wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität Querschnittgelähmter bei. [&#8230;]]]></description>
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<h6 class="uagb-heading-text-rot">Rad und Tat</h6>



<h3 class="entry-content-headline-red">Neuro-Urologie</h3>



<p><em><strong>Dr. med. Ralf Böthing</strong>, Ltd. Arzt Abteilung für Neuro-Urologie im BG Klinikum Hamburg</em></p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="900" height="600" src="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_uro_messplatz.jpg" alt="Messplatz in der Urologie" class="wp-image-1037" srcset="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_uro_messplatz.jpg 900w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_uro_messplatz-300x200.jpg 300w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_uro_messplatz-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Die Lebenserwartung von Menschen mit einer Querschnittlähmung ist heute dank moderner neuro-urologischer Diagnostik und Therapie kaum verringert – regelmäßige ›Uro-Checks‹ in spezialisierten Zentren vorausgesetzt.</strong> <strong>Die kompetente neuro-urologische Betreuung trägt damit ganz wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität Querschnittgelähmter bei.</strong></p>



<p>﻿In der Vergangenheit, noch vor 20 oder 30 Jahren, stellten chronische Schäden der unteren Harnwege infolge der gestörten Nervensteuerung der Blasenfunktiondie häufigste und oft lebensbedrohliche Komplikation nach einer Querschnittlähmung dar. Heute erlaubt ein zunehmendes Verständnis der Fehlfunktion der Harnblase eine zielgerichtete, individuelle Rehabilitation der Speicher- und Entleerungsfunktion der Harnblase. Dazu ist allerdings eine von Verständnis getragene, verantwortungsbereite Mitarbeit der oder des Betroffenen und eine lebenslang fortgeführte neuro-urologische Betreuung notwendig.</p>



<p>Eine ausgeglichene Blasenfunktion und die Erhaltung oder Wiederherstellung der Kontinenz tragen entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Da auch lange nach Lähmungsbeginn noch Veränderungen der Harnblasenfehlfunktion auftreten können, muss die Situation regelmäßig durch ›Uro-Checks‹ überprüft werden. Hier können durch spezielle Untersuchungen, insbesondere die regelmäßig zu wiederholenden Blasendruckmessungen, drohende Folgeschäden der Harnblase und auch der Nieren rechtzeitig erkannt und diesen durch entsprechende Veränderungen der Therapie vorgebeugt werden. Die Art und Häufigkeit der urologischen Vorsorgeuntersuchungen hängen dabei vor allem von der Art und dem Ausmaß der neurogenen Blasenfunktionsstörung ab. In der frühen Phase nach der Erstrehabilitation sollten die Uro-Checks alle 6–12 Monate, später dann bei komplikationslosem Verlauf in individuellen Intervallen, meist jedoch zumindest alle 2 Jahre durchgeführt werden.</p>



<h6 class="body-headline">Arten der Blasenlähmung</h6>



<p>Die Aufgabe der Harnblase umfasst zwei Funktionskreise: die Speicher- und die Entleerungsfunktion. Beide können bei einer Querschnittlähmung in unterschiedlichem Maß gestört sein und beide müssen in das Rehabilitationskonzept eingeschlossen werden.</p>



<p><strong>Spastische Lähmung (›Reflexblase‹)</strong><br>Bei einer Schädigung des Rückenmarkes oberhalb des ›sakralen Blasenzentrums‹ in Höhe der unteren Lendenwirbelsäule resultiert meist diese Form der Blasenlähmung. Hier kommt es während der Blasenfüllung zu einer ›Überaktivität‹ (Zusammenziehen) des Blasenmuskels. Bei gleichzeitig spastisch verschlossenem Schließmuskel folgt daraus eine lang anhaltende Druckerhöhung im Blaseninneren. Dieser erhöhte Druck schädigt den Blasenmuskel und gefährdet so sekundär die Funktion der Nieren.</p>



<p>Das oberste Ziel der Behandlung der ›Reflexblase‹ stellt daher die Verhinderung einer Hochdrucksituation in der Harnblase dar. Die ›Dämpfung‹ des Blasenmuskels während der Speicherphase kann auf verschieden Weise erreicht werden. Oft gelingt dies durch Einnahme entsprechender Medikamente. Dazu sind nicht selten jedoch relativ hohe Dosierungen notwendig. Eine andere Möglichkeit besteht im Einbringen spezieller Medikamentenlösungen (Oxybutynin) in die Harnblase. Dadurch kann ein hoher Wirkstoffspiegel am Zielort bei oft reduzierten Nebenwirkungen erzielt werden.</p>



<p>Eine weitere Therapieoption ist die Injektion von Botulinumtoxin A in die Blasenwand. An 30 Stellen der Blasenwand wird im Rahmen einer Blasenspiegelung (mit oder ohne Narkose) jeweils eine geringe Menge des Nervengiftes gespritzt und so der Blasenmuskel für 6 bis 11 Monate ruhiggestellt.</p>



<p><strong>Schlaffe Lähmung</strong><br>Ist die Nervenverbindung zwischen der Blase und dem Blasenzentrum im unteren Rückenmark unterbrochen oder das Rückenmarkzentrum selbst zerstört, kann der Blasenmuskel sich nicht mehr zusammenziehen, um die Blase zu entleeren. Häufig ist auch der Schließmuskel schlaff gelähmt. Eine medikamentöse Ruhigstellung ist hier natürlich nicht notwendig, allerdings muss die Blase regelmäßig, mehrfach am Tag durch Vorschieben eines Einmal-Kathe- ters entleert werden (›Intermittierender Katheterismus‹- siehe unten). Eine Überfüllung der Harnblase (über 500 ml) muss vermieden werden, weil ansonsten eine Inkontinenz oder auch eine Druckschädigung des Blasenmuskels drohen.</p>



<h6 class="body-headline">Entleerung der Harnblase</h6>



<p>In den meisten Fällen wird heute zur Entleerung der gelähmten Blase der Intermittierende Katheterismus (IK) empfohlen. Dabei wird ein Einmalkatheter über die Harnröhre bis in die Blase vorgeschoben und nach dem Entleeren der Harnblase wieder entfernt. Hiermit wird in idealer Weise das Prinzip einer drucklosen und restharnfreien Blasenentleerung verwirklicht. Eine genaue Handlungsanweisung ist in einer Leitlinie veröffentlicht, die über mehrere Internet-Quellen bezogen werden kann (z. B. https://www.dmgp.de/arbeitskreise/neuro-urologie ).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="900" height="600" src="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_harnblase.jpg" alt="Mann im Rollstuhl am Waschbecken im Badezimmer" class="wp-image-1040" srcset="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_harnblase.jpg 900w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_harnblase-300x200.jpg 300w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_harnblase-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<p>Natürlich ist der Aufwand im Alltag relativ groß, aber eine vollständige Kontinenz in den Zwischenzeiten stellt eine gute Motivation dar, dieses Verfahren anzuwenden. Die Versorgung eines Querschnittgelähmten mit einem Dauerkatheter kann heute nur noch in Ausnahmefällen akzeptiert werden. Insbesondere die unvermeidbare Besiedlung mit Bakterien stellt ein hohes Gefährdungspotential im Langzeitverlauf dar. In diesem Zusammenhang hat ein su-prapubischer Katheter (Bauchdecken-Katheter) gegenüber einem Harnröhren-Katheter nur den Vorteil, dass die Harnröhre geschont wird.</p>



<h6 class="body-headline">Harnwegsinfekte</h6>



<p>Harnwegsinfekte (HWI) lassen sich bei einer Querschnittlähmung oft nicht vollständig vermeiden. Ein bis zwei fieberlose Infekte pro Jahr, die kompetent ›gemanagt‹ werden, können folgenlos ausheilen. Sollten sich jedoch Harnwegsinfekte häufen, muss die Blasensituation kontrol- liert werden. Oft liegt der Schlüssel beim Katheterisieren (aseptische Technik des IK, andere Einmal-Katheter, Optimierung des Zeitpunktes des IK …).</p>



<p>Nicht jeder Bakteriennachweis im Urin muss behandelt werden. Eine antibiotische Therapie ist in der Regel nur notwendig, wenn im Urin gleichzeitig Bakterien und weiße Blutkörperchen (Leukozyten) in bestimmter Anzahl nachweisbar sind oder Symptome (insbesondere Fieber, aber auch vermehrte Spastik, einsetzende Inkontinenz …) hinzutreten. Dann allerdings sollte die Behandlung ausreichend lange (mindestens 7 Tage) und in höherer Dosierung erfolgen. Vor der Einnahme eines Antibiotikums sollte immer ein Resistogramm angelegt werden, um die Wirksamkeit des Antibiotikums zu prüfen. Nur in dringenden Fällen muss sofort (nach Entnahme der Urinprobe) nach einem Breitbandantibiotikum gegriffen werden, bis das Resistogramm eine gezieltere Therapie gestattet.</p>



<p>Zur Vorbeugung vor HWI gibt es vielerlei Tipps und Tricks, die Sie am besten mit ›Ihrem‹ Neuro-Urologen besprechen sollten.</p>



<p><strong>Weitere Behandlungsmöglichkeiten</strong><br>Die bisherigen Ausführungen konnten natürlich nur einen groben Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten zur Kompensation der Blasenfehlfunktion bieten. Selbstverständlich verfügt die moderne Neuro-Urologie über zahlreiche weitere Optionen. Diese reichen in speziellen Fällen von der gezielten elektro-physiologischen Stimulierung der Beckennerven (›sakrale Neuromodulation‹) zur Beeinflussung besonders der Beckenbodenfunktion (auch des Mastdarmes) bis hin zu aufwendigen operativen Eingriffen, mit denen z. B. gezielt die Reflextätigkeit des Blasenmuskels ausgeschaltet und die verbleibenden Nerven zur elektrisch stimulierten Entleerung der Harnblase genutzt werden (SDAF/SARS – ›Brindley-Op.‹).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="900" height="600" src="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_uro_petrischale.jpg" alt="Bakterienkulturen in einer Petrischale | Foto: ggw1962/shutterstock.com" class="wp-image-1041" srcset="https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_uro_petrischale.jpg 900w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_uro_petrischale-300x200.jpg 300w, https://richtigmobil.de/wp-content/uploads/2023/04/900_600_uro_petrischale-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<p>Wichtig ist immer, dass alle Behandlungsvorschläge mit dem / der Betroffenen intensiv besprochen werden – es gibt keine Lösungen › von der Stange‹. Die Therapie muss stets den Möglichkeiten, Wünschen und alltäglichen Lebensumständen des Einzelnen individuell angepasst werden. Im Rahmen eines Arztgespräches z.B. während der urologischen Untersuchung können auch weitere Themen wie Sexualität oder Darm-Management besprochen werden – Ihr Neuro-Urologe wird Sie kompetent beraten.</p>



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